Arbeitsrecht

Beitrag vom 23.07.14:

Unfreundliches Verhalten eines Arbeitnehmers kann Abmahnung rechtfertigen

Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein (Urteil vom 20. Mai 2014 – 2 Sa 17/14) kann ein Arbeitnehmer, der sich gegenüber Kunden unfreundlich und damit arbeitsvertragswidrig verhält, abgemahnt werden.

Der Kläger war im konkret entschiedenen Fall als Ausbildungsberater eingesetzt. Ein Lehrgangsteilnehmer hatte ihn per E-Mail zu Einzelheiten einer mündlichen Ergänzungsprüfung gefragt. Der Kläger teilte ihm mit, dass es „eigentlich selbstverständlich sein (dürfte), dass man sich dort anmeldet wo man sich auch zur schriftlichen Prüfung angemeldet hat. Dass Anmeldungen nicht auf Zuruf erfolgen können, sollte ebenfalls klar sein.“ Der Kunde beanstandete die Antwort als unfreundlich und bekam unter anderem zur Antwort: „Nach heute mittlerweile ca. 20 Anrufen von angehenden Meistern bleibt die Freundlichkeit einfach aus.“

Die Arbeitgeberin hatte seinem unhöflichen Berater eine Abmahnung erteilt. Dieser klagte auf Entfernung der Abmahnung aus seiner Personalakte. Das Landesarbeitsgericht wies seine Klage ab und bestätigte insoweit das Urteil des Arbeitsgerichts.

Arbeitnehmer können die Entfernung einer Abmahnung nur unter bestimmten Voraussetzungen verlangen. Dies etwa wegen inhaltlicher Unbestimmtheit einer Abmahnung, oder weil sie unrichtige Tatsachenbehauptungen enthält, oder weil sie auf einer unzutreffenden rechtlichen Bewertung des Verhaltens des Arbeitnehmers beruht und den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt. Und auch dann, wenn der Arbeitgeber trotz einer zu Recht erteilten Abmahnung kein schutzwürdiges Interesse mehr hat an deren Verbleib in der Personalakte.

Im entschiedenen Fall sah das LAG keine dieser Voraussetzungen als erfüllt an. Insbesondere sah das LAG die Abmahnung nicht als unverhältnismäßig an und erkannte darauf, dass die abgemahnte Pflichtverletzung auch keine bloße Nichtigkeit darstellt. Aufgabe des Klägers in seinem Betrieb war vor allem die Kommunikation mit Kunden. Weil er vorliegend nicht nur einmal unfreundlich geantwortet hatte, sondern dies im Lauf seiner E-Mail-Kommunikation mehrmals tat, sah das LAG die ihm erteilte Abmahnung als berechtigt an.

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